Vorschau: Jüdisches Leben in Augsburg nach der Katastrophe

Eine Ausstellungsreihe des Jüdischen Kulturmuseums
2012 – 2013

 

 

Trotz der weitverbreiteten Meinung, dass jüdisches Leben nach dem Massenmord des NS-Regimes an den Juden Europas nicht mehr nach Deutschland zurückkehren sollte, entstanden nach der Befreiung in West- und Ostdeutschland wieder jüdische Gemeinden. Zu Beginn der 1950er Jahre lebten etwa 20.000 Juden auf dem Gebiet des ehemaligen deutschen Reiches. Erst durch die massive Zuwanderung jüdischer Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion seit 1991 veränderten sich Größe und Zusammensetzung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland erneut deutlich. So sprechen Schätzungen von etwa 200.000 russisch-jüdischen Einwanderern, die im wiedervereinigten Deutschland eine vorübergehende oder dauerhafte Heimat fanden. Knapp die Hälfte von ihnen trat den jüdischen Gemeinden bei, deren Mitgliederzahl heute bei etwa 105.000 liegt.

Das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben widmet diesem spannenden Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte und Gegenwart vier Wechselausstellungen, die im Verlauf der kommenden zwei Jahre in chronologischer Folge die Entwicklungen der jüdischen Gemeinschaft in Augsburg von 1945 bis heute in den Blick nehmen werden.