Gehen? oder Bleiben! Lebenswelten osteuropäischer und deutscher Juden in der Nachkriegszeit, 1945 – 1950.

09.05.-  26.08.2012
Erster Teil der Ausstellungsreihe Jüdisches Leben in Augsburg nach der Katastrophe

Obwohl nur knapp 9.000 deutsche Juden aus den Vernichtungslagern zurückkehrten und lediglich 15.000 den Holocaust außerhalb der Lager überlebt hatten, hielten sich in den ersten Nachkriegsjahren mehr als eine Viertelmillion Juden in den alliierten Besatzungszonen auf. Die meisten waren jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa, sogenannte Displaced Persons (DPs), die in Lagern lebten und auf eine Möglichkeit warteten, Deutschland zu verlassen. Sie träumten von einem Neuanfang in Palästina bzw. Israel oder den USA, nur wenige, vor allem deutsche Juden wollten in ihrer alten Heimat bleiben. Auch in Augsburg beschäftigte die Frage nach dem Gehen oder Bleiben die überlebenden Juden aus Deutschland und aus Osteuropa, die sich zunächst in zwei getrennten Gemeinden zusammenschlossen.

Die erste der vier Wechselausstellungen der Reihe „Jüdisches Leben in Augsburg nach der Katastrophe“ präsentiert anhand von Fotographien und persönlichen Erinnerungen erstmals Einblicke in die parallelen Lebenswelten und gegensätzlichen Zukunftsvorstellungen der osteuropäischen und deutschen Juden in Augsburg. Dabei kommen die Hoffnungen und die Ängste der Überlebenden zur Sprache, aber auch die Herausforderungen und Probleme, mit denen sich Juden konfrontiert sahen im Kontakt mit den alliierten Besatzern und den Mitarbeitern der internationalen Hilfsorganisationen sowie den deutschen Behörden und den nichtjüdischen Deutschen.

Eröffnung am 09.05.2012 um 19.00 Uhr.

Begleitprogramm

20.5.12, ganztägig
Exkursion Auf den Spuren jüdischer DPs in Bayern.
Augsburg-Landsberg-Wolfratshausen (ehemaliges DP-Lager Föhrenwald)-München (Ausstellung „Juden 45/90 im Jüdischen Museum München)

20.6.12, 19 Uhr
Unterbrochenes Gedicht. Jiddische Literatur in Deutschland 1944-1950.
Lesung mit Dr. Tamar Lewinsky, Institut für Jüdische Studien der Universität Basel.

12.7.12, 19:30 Uhr
Die vergessenen Kinder von Strüth. Ein jüdisches Waisenhaus in Franken.
Filmabend mit Jim G. Tobias, Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.