Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941 – 1945

Vortrag von Alfred Gottwaldt, Oberkustos am Deutschen Technikmuseum Berlin/14.02.2012, 19 Uhr

Die Beschäftigung mit den Deportationen vor 70 Jahren führt die Mitwirkung der Deutschen Reichsbahn beim Mord an den europäischen Juden deutlich vor Augen. Seit Oktober 1941 rollten allein fast zweihundert „Judentransporte“ aus allen Teilen des „Großdeutschen Reiches“ zu den Ghettos und Konzentrationslagern im Osten. Die unterschiedlichen Ziele der Züge in Litzmannstadt, Minsk, Kowno, Riga und Warschau, im Distrikt Lublin sowie in Theresienstadt werden meist übersehen, da heute das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Vordergrund von Dokumentation und Erinnerung steht.

Der Vortrag gab einen differenzierten Überblick über die verschiedenen Deportationen aus dem Deutschen Reich, zeigte dazu zahlreiche Bilddokumente und erläuterte, wie geteilte Aufgaben und Verantwortungen eine „reibungslose Funktion“ der Reichsbahn wie anderer Staatsverwaltungen möglich machten.

Eintritt 5,00/3,00 Euro.

Im Rahmen des Programmschwerpunktes “Vor 70 Jahren. Evakuiert in den Osten”

Zur Person
Dr. Alfred Gottwaldt ist Oberkustos am Deutschen Technikmuseum Berlin und dort verantwortlich für den Bereich „Schienenverkehr“ in der Dauerausstellung. Dieser behandelt auch das Thema „Judendeportationen“ mit der Deutschen Reichsbahn 1941-1945 und stellt zwölf Schicksale Berliner Juden vor. 2005 veröffentlichte er zusammen mit Diana Schulle das grundlegende Werk „Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945“.

Link zur Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin

Pressestimmen: Artikel in der Augsburger Allgemeinen 16.02.12 lesen