„Fegt alle hinweg!“ Zum Approbationsentzug jüdischer Ärztinnen und Ärzte 1938

18.01. – 20.03.2011

Diskriminierung und Verfolgung durch das NS-Regime trafen auch jüdische Ärztinnen
und Ärzte, nachdem die Standesorganisationen sich bereits im März 1933.
gleichgeschaltet hatten. Höhepunkt der schrittweisen Ausgrenzung war der Entzug
der Approbation zum 30. September 1938. Damit nahm der NS-Staat allen jüdischen
Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, ihren Beruf weiter auszuüben. Bis zu diesem
Zeitpunkt waren viele bereits ins Exil getrieben worden oder hatten unter dem Druck
der Diskriminierung ihrem Leben ein Ende gesetzt. Für die verbliebenen Mediziner
bedeutete der Approbationsentzug die endgültige Zerstörung ihrer beruflichen
Existenz. Wer nicht mehr fliehen konnten, wurde in den Vernichtungslagern
ermordet.

Nach einem Überblick über die NS-Verfolgung führen ausgewählte Biografien vor
Augen, welche Zäsur der Approbationsentzug für die Einzelnen bedeutete. Sie
machen auch deutlich, wie Flucht und Vertreibung die Existenz der Verfolgten noch
lange nach 1945 prägten. Für Augsburg wurde die Ausstellung um die Biografien von
drei Augsburger Ärzten erweitert.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag, den
18.01.2011 um 19 Uhr im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-
Schwaben, Halderstraße 6-8, statt.

Schirmherrschaft: Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München und Oberbayern
Ausstellungskuratorin: Ursula Ebell, M.A., München
Idee, Recherche und Konzeption: Ursula und Hansjörg Ebell, München
Ausstellungsgestaltung: Tobias Wittenborn
Recherche Augsburg: Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben
Weitere Informationen: www.jahrestag-approbationsentzug.de

Mit Unterstützung durch den Ärztlichen Kreisverband Augsburg, die Kassenärztliche
Vereinigung Bayerns Bezirkstelle Schwaben, das Klinikum Augsburg und das
Projektbüro für Frieden und Interkultur (Kulturamt der Stadt Augsburg)

Flyer und Einladung zur Ausstellungseröffnung (pdf-Datei, 297 kb)

Pressestimmen: Artikel in der Augsburger Allgemeinen 21.1.11 lesen

Begleitprogramm
2.02.2011, 18 Uhr: Öffentliche Führung durch die Ausstellung

9.02.2011, 19 Uhr : Vortrag von Prof. Dr. Michael von Cranach:
Psychiatrie zur Zeit des Nationalsozialismus. Warum Ärzte zu Mördern wurden.

13.02.2011, 11 Uhr: Jüdische Ärzte in Augsburg – eine Spurensuche durch die Stadt.
Ein Rundgang mit Dr. Benigna Schönhagen und Monika Müller, Jüdisches
Kulturmuseum Augsburg-Schwaben