„Singt dem Herrn ein neues Lied“. Musik in der Synagoge

28.10.2008 – 18.01.2009
Historische Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Augsburg

 

Titelblatt: Mateh Ahron von Ad. Grünzweig ©UB Augsburg

Titelblatt: Mateh Ahron von Ad. Grünzweig ©UB Augsburg

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen bedeutende Kantoren wie Salomon Sulzer in Wien, Samuel Naumbourg in Paris und Louis Lewandowski in Berlin damit, das bis dahin weitgehend mündlich überlieferte und zum Teil sehr alte synagogale Melodiengut schriftlich zu fixieren und gedruckt zugänglich zu machen. Dadurch, aber auch durch Eigenkompositionen prägten sie einen neuen, von der klassisch-romantischen Kunstmusik ihrer Zeit beeinflussten Musikstil für den synagogalen Gesang, der — als unerhörtes Novum — oft sogar die Orgel mit einbezog. Bis zum Beginn des NS-Terrors wurde diese Musik in aschkenasischen Gemeinden Europas gepflegt.
Heute ist sie vor allem noch in Nordamerika lebendig, während sie in den Synagogen in Deutschland kaum eine Rolle spielt. Die von Günther Grünsteudel erarbeitete Ausstellung dokumentiert die Geschichte dieser Musiktradition. Sie stützt sich dabei auf die 1986 von der Universitätsbibliothek Augsburg erworbene Musikaliensammlung Marcel Lorands (1911-1988), der als Kantor an der Budapester Synagoge nach dem Zweiten Weltkrieg als einer von wenigen die orgelbegleitete Synagogalmusik weiter gepflegt hatte und zuletzt (ab 1964) als Kantor in Straßburg wirkte.

Führungen durch die Ausstellung
mit Kurator Günther Grünsteudel: 2.11.08 und 14.01.09, jeweils um 18.00 Uhr
mit Dr. Friedhelm Katzenmaier: 23.11.08 und 18.01.09, jeweils um 11.00 Uhr.