28.10.2009

Moritz Daniel Oppenheim: „Das Altjüdische Familienleben“ – Bürgerliche Gleichstellung und neue Selbstwahrnehmung

Rahmenprogramm zur Wechselausstellung „Moritz Daniel Oppenheim – Idealbilder jüdischen Lebens“

Vortrag (ab 19 Uhr) und öffentliche Führung (18 Uhr) mit Frau Dr. Eva Atlan, Kustodin der Kunst- und Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main

Mit dem 1800 im Hanauer Ghetto geborenen Moritz Daniel Oppenheim erobern sich deutsche Juden erstmals einen Platz in der Kunst. Waren sie bis dahin allenfalls Gegenstand von religiösen Illustrationen, so beanspruchten die Ölgemälde des akademisch ausgebildeten und bald renommierten Malers, vor allem aber seine 1866 erstmals aufgelegten „Bilder aus dem Altjüdischen Familienleben“, die Anerkennung von Juden als Teil der bürgerlichen Kultur.

Die Kuratorin der Wechselausstellung Dr. Eva Atlan stellt in ihrem Vortrag den Maler vor. Sie geht seinen Motiven nach und zeigt auf, wie der Begründer der jüdischen Genremalerei mit seinen Bildern gleichermaßen jüdische wie nichtjüdische Zeitgenossen ansprach und für die durch die Emanzipation aufgeworfenen Fragen programmatische Antworten fand.

Vergleiche mit jüdischen Genredarstellungen aus England, Frankreich, Holland, Österreich und Polen zeigen, dass Oppenheim mit seinen „Bildern aus dem Altjüdischen Familienleben“ den Grundstock für eine jüdische Genremalerei als eigenständige Gattung gelegt hat. Sie versuchten eine in Auflösung begriffene Welt im Bild festzuhalten und dem jüdischen Betrachter mit diesen Bildern ein neues Selbstbewusstsein zu vermitteln.

Vor dem Vortrag findet um 18 Uhr eine öffentliche Führung durch die Wechselausstellung statt.

Vortrag: Eintritt frei
Öffentliche Führung: 4 Euro / 2 Euro (ermäßigt)

Titel: Moritz Daniel Oppenheim: „Das Altjüdische Familienleben“ – Bürgerliche Gleichstellung und neue Selbstwahrnehmung
Startzeit: 18:00
Date: 2009-10-28